Unterwegs auf Strecke

Außenlandungen kulinarisch betrachtet Teil 3

Lange war es still in meiner Serie „Außenlandungen kulinarisch betrachtet“. Vielleicht war es ein wenig der „motorisierten“ Segelfliegerei geschuldet, die ich jetzt mit meinem kleinen dicken Turbo-Discus betreibe. Was natürlich nicht heißt, dass ich es nicht trotzdem schaffe ab und an irgendwo zu landen. Es gibt ja trotzdem noch das Jahr 2023 aufzuarbeiten, in welchem ich mit meiner guten alten Vicky unterwegs war. Also viel Spaß beim Lesen.

Der Kartoffelacker

Kurz und knapp: Der klassische Steckschuss. Gestartet im Blauen von Reinsdorf aus, ging es hochmotiviert 30km gen Osten, nur damit ich kurze Zeit später etwas südlich von Dahme auf den Acker musste. Es war der weicheste und staubigste Acker, den ich je hatte, fernab jeder Zivilisation. Selbst das Auto blieb irgendwann stecken und es war unmöglich den Flieger irgendwie zum Anhänger (mit dem wir gar nicht erst versucht haben aufs Feld zu kommen) zu bekommen. Also marschierte ich los in die Richtung, in der ich Hilfe erhoffte. Nach einer guten Stunde querfeldein und diversen „Zu hülf“ auf einem Bauernhof, erbarmte sich dann jemand und rettete meine ASW19 inklusive Auto mithilfe eines Traktors. Daraufhin brauchten wir zu zweit gute 4 Stunden, um Vicky wieder sauber zu bekommen.
Leider ohne nennenswerten kulinarischen Eskalationen und Kartoffeln gab es auf dem Acker auch noch nicht.

Wenn man erst einmal buddeln muss, um herauszufinden ob die Fahrwerksklappen noch dort sind wo sie hingehören

Fast 500km

Wie bereits in meinem Blogbeitrag (https://team-sally.com/2023/06/01/fast-funfhundert-die-geschichte-einer-ausenlandung/) beschrieben, fehlte nicht viel. Um genauer zu sein der letzte Bart. Naja, mal verliert man, mal gewinnen die anderen. Ein wenig ärgere ich mich allerdings immer noch.

Ärgerlich, aber der Acker war super!

Besuch in Klix

Nach der Schlappe meiner vergeigten 500km, wollte ich es bald darauf noch einmal versuchen. Dieses Mal endete das Abenteuer allerdings schon etwas früher in Klix.
Während ich auf den Rückholer wartete wurde ich mit einem kühlen Getränk versorgt und durfte freundlicherweise in den Pool hüpfen. So kann man es sich die Wartezeit doch etwas versüßen.

Beim dritten Versuch hatte es dann übrigens zum Glück mit den 500km geklappt.

https://www.weglide.org/flight/282496

Ich war so stinkig, dass es wieder nicht geklappt hatte, dass ich keinen Nerv für einen Start ab Klix hatte
Es gibt definitiv schlechtere Arten auf den Rückholer zu warten 🙂

Klassischer Clubklasse Weitwurf nach Speyer

Clubklassen-Quali in Landau. Durchwachsenes Wetter, durchwachsene Arbeitshöhen und Schauer. An der vorletzten Wende spülte es mich, samt Fliegerkameraden dann runter, aber es reichte für eine entspannte Außenlandung in Speyer. Während man dort auf den Rückschlepp wartete, gönnte ich mir in der Flugplatzgaststätte eine kühle Cola. An diesem Tag hat sich übrigens die gesamte Clubklasse im Rheintal verteilt.

https://www.weglide.org/flight/314447

Auf dem Weg zum Start fing dann übrigens noch an mein Schleifsporn zu qualmen…aber das ist eine andere Geschichte…

Am letzten Wertungstag vom 3. auf den 13. Platz heruntergekegelt

Aufgrund eines Traumas á la „vor der Abfluglinie außenlanden“, war ich sehr vorsichtig und gönnte mir zwei weitere Starts in Landau. Leider verpasste ich somit das gute Wetter und es reichte nicht nach Hause. Ja, diese Außenlandung war sehr bitter, das hätte mein erstes Treppchen werden können.

https://www.weglide.org/flight/316353

Sicherheitslandung in Welzow

Wir springen ins Jahr 2024. Ich hatte frisch meinen Turbodiscus und versuchte mich (mäßig erfolgreich) an meinem ersten Wettbewerb mit dem neuen Flugzeug in Klix.
Am letzten Wertungstag schickte man uns trotz eindeutig herannahender Front los und man hatte auch so schon genug zu kämpfen. Bei Bronkow endete mein Wertungsflug mit einem Motorlauf und als ich die schwarze Wand und das dazugehörige Bild im Regenradar sah, war für mich schnell klar „DAS machst du nicht“, zumal der Brumm bekannterweise nicht im Regen betrieben werden darf. Die Entscheidung einmal Welzow zu besuchen fiel mir nicht sonderlich schwer, da ich ja wie bereits erwähnt schon vorher den Motor gebraucht hatte.
So landete ich auf dem bereits 1920 angelegten und später von den sowjetischen Streitkräften genutzten Flugplatz und durfte meinen Flieger temporär in einem Shelter abstellen, damit er von dem nahenden Unwetter geschützt war. Das Timing hätte nicht besser sein können, denn kaum stand Spocky im schützenden Unterstand ging es los mit der Böenwalze und Platzregen. In der Flugplatzgaststätte gönnte ich mir ein kühles Getränk und wartete entspannt und trocken auf die Rückholmannschaft.

https://www.weglide.org/flight/386606

Flammkuchen in Laichingen (EMPFEHLUNG!!!)

Jürgen lud mich ein zwei Wochen Fliegerlager mit seinem Verein auf dem Klippeneck mitzumachen und so startete ich hoch motiviert zum ersten Flugtag. Die Arbeitshöhe war nicht der Brüller und die Steigwerte doch eher bescheiden. Am Übersberg blieb aufgrund der guten Optik der Motor drin und ich erwischte in der Platzrunde sogar einen soliden 1,5-2m/s Bart, der meinen Flug verlängerte. Davon beflügelt entschied ich mich auch über Laichingen gegen einen Motorlauf, weil „Die Wolke sieht so gut aus, die MUSS ziehen“…sie zog nicht!
So landete ich auf dem kleinen Flugplatz auf der schwäbischen Alb und nach zwei doch eher abenteuerlichen Windenstarts (bei denen ich nicht einmal annährend in einer Motor-kompatiblen Höhe herauskam), wurde doch der Rückholer kontaktiert. Tja, nur weil man Luftlinie 70km vom Startflugplatz entfernt war, heißt das dort nicht, dass man auch über die Straßen schnell unterwegs ist. Google Maps prognostizierte fast 3h Fahrtzeit und nun musste ich mir die Zeit totschlagen.
In der Flugplatzeigenen Gaststätte bestellte ich mir einen sensationell guten Flammkuchen und ein kühles Getränk und knüpfte Kontakte.

Laichingen ist kulinarische definitiv eine Empfehlung!

https://www.weglide.org/flight/405758

Daraufhin bekam Spocky Muggibutzis
War mega lecker!

Bad Dürkheim – Leider war die Gaststätte geschlossen

Deutsche Meisterschaft der Frauen 2024 in Lachen-Speyerdorf. Nachdem ich am vorherigen Wertungstag leider gnadenlos die AAT-Aufgabe verkackt hatte indem ich am Pfälzer Wald abgeprallt bin und 20 Minuten zu früh landete (Aua), wollte ich an diesem Tag alles geben. Kurz vorm Dönerberg blieb über einem Acker der Motor drin und ich kämpfte mich heldenhaft aus 210m mit einem positiven Nuller heraus. Es wurde ein herrliches Telefonkabel! Unglücklicherweise fiel kurze Zeit später mein Funk aus, was mich aber erst einmal nicht weiter störte. Das Wetter war mehr als schwierig und ich war dermaßen mit Kämpfen beschäftigt, dass mich die fehlende Fähigkeit zu Kommunizieren nicht sonderlich fehlte. Tja, hätte ich Funk gehabt, hätte man mir mitgeteilt, dass sich ALLE im Rheintal verteilt hatten und an diesem Tag eine Wertung nicht zustande käme. Aber da mir dieses Wissen fehlte blieb auch auf dem Rückflug über Bad Dürkheim der Motor drin, denn schließlich hatte ich mich ja nicht heldenhaft über dem Acker gerettet, um jetzt über einem Flugplatz den Motor zu zünden. Tja, das Wetter war leider dann doch zu ende und trotz hartnäckigem Festbeißen gelang mir der Weiterflug nicht. So landete ich in Bad Dürkheim und freute mich eigentlich auf ein Mittagessen dort. Unpraktischerweise hatte an diesem Tag das Restaurant zu, sodass ich mit knurrendem Magen mit den anderen Gestrandeten auf dem Flugplatz zurückblieb.
Immerhin reichte es an diesem Tag für den 3. Platz in der inoffiziellen Wertung. Ein kleiner Trost…

https://www.weglide.org/flight/459012

Ich war nicht die Einzige die in Bad Dürkheim gestrandet ist…Allerdings die Einzige mit Kilo-Kennzeichen…

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