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Hexentreffen Aachen 26.-28.1.2018

Ich freute mich schon seit Wochen darauf das erste Mal am legendären Hexentreffen teilzunehmen.
Leider ergab sich, dass ich die einzige Hexe unseres Vereins war, die nach Aachen fahren wollte und so schloss ich mich der Fahrgemeinschaft der Brandenburger Mädels an.
Freitag gönnte ich mir einen Resturlaubstag und verbrachte den Vormittag im Fitnessstudio.
Um 15:45 Uhr war Treffpunkt am Sterncenter in Potsdam.
Das Suchen und Finden meiner Fahrgemeinschaft dauerte nicht lange und kurze Zeit später machten sich Ines und ich uns auf den Weg die anderen aufzugabeln. Und dann ging die Reise los. Das Navi versprach uns eine Reisezeit von etwas über sechs Stunden und so würden wir wohl erst spät in der Nacht an der Jugendherberge ankommen. Die Fahrt verlief glücklicherweise ohne Komplikationen. Wir haben viel gelacht und Erfahrungen ausgetauscht.
Auch das berühmte Thema „Wie erleichtert Frau sich im Flugzeug“ wurde ausführlich ausdiskutiert und brachte (zumindest mir) neue Ideen.
Kurz vor 22 Uhr kamen wir auch erschöpft an der Jugendherberge Aachen an. Meine Zimmergenossin Jovana wartete schon auf mich und so wurde vor dem zu Bett gehen noch der neuste Klatsch und Tratsch ausgetauscht.
Pünktlich um 7 Uhr am Morgen klingelte der Wecker. Bereits im Frühstücksraum erblickte man viele bekannte Fliegerinnen. Das Altersspektrum war sehr breit. Angefangen von 16 Jährigen Junghexen, bis hin zu den großen Fliegerinnen von Damals war alles vertreten.
Um 9:30 Uhr ging es dann an der FH Aachen los. Der Hörsaal war brechend voll mit über 124 Anmeldungen. Die Männerquote lag bei geschätzten 20%. Endlich waren mal die Frauen in der Überzahl! Ha! (naja…dementsprechend lang war aber auch jedes Mal die Schlange vor der EINZIGEN Damentoilette…aber das kennt man ja).

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Wie bereits erwähnt wurde um halb zehn das ganze eröffnet. Mit viel Witz und hohem Unterhaltungswert begrüßte uns Prof. Dr. Marcus Baumann (Rektor der FH). Auch Stefan Klett, sowie Hartmut Biebricher richteten das Wort an uns. Anschließend gab es eine interessante Präsentation von Prof. Dr.-Ing. Peter Dahmann über die FH. Dann begannen die eigentlichen Vorträge, welche von einem sehr lehrreichen Vortrag von Yvonne Dathe eröffnet wurde. Dabei ging es um die richtige Mentale Vorbereitung und Einstellung, welche nicht nur beim Fliegen wichtig ist, sondern auch auf den gesamten Alltag projiziert werden kann. Aus diesem Vortrag konnte ich sehr viel mitnehmen und werde auch in Zukunft einiges davon ausprobieren.
Anschließend gab es die erste Kaffeepause und ein reges Durcheinander auf der Etage darunter, auf der auch einige Stände aufgebaut waren. Ich lernte nun endlich auch einige Pilotinnen persönlich kennen, mit denen man sich zwar hin und wieder online austauscht, die aber über ganz Deutschland verstreut sind. Ganz besonders freute ich mich über das Kennenlernen mit Judith „Tante JU“ Spoerl (Autorin von „Lena fliegt sich freu“) und die freundlichen Worte. Es tut gut von jemand zu hören, dass mein Blog lesenswert ist und man gespannt meine fliegerischen Fortschritte verfolgt. Das braucht man ab und zu 🙂 Danke dafür! Du bist toll liebe Tante JU!
Im Anschluss hielt sie einen gelungenen Vortrag über den Beruf der Fluglotsin mit interessanten Einblicken. Sicherlich auch ein sehr schöner Beruf.
Daraufhin folgte der Vortrag von Sarah Hamacher „Vom Flugplatzkind zur leitenden Ingenieurin in der Hubschrauberwartung“. Es ist sehr schön ebenfalls flugbegeisterte Frauen kennenzulernen, die auch in eigentlichen Männerberufen arbeiten. Irgendwie ist es auch an dieser Stelle bezeichnend, dass Frauen doch meist in solchen Berufsfeldern etwas unterschätzt werden. Ich persönlich kenne das ja auch aus meiner Arbeit als Fluggerätmechanikerin.  Es huscht zwar auch die ein oder andere weibliche Kollegin durch die Halle, aber die größte Mehrheit sind doch Männer. Erstaunlicherweise hat das aktuelle erste Lehrjahr (an dieser Stelle Grüße von „Captain Sally“) einen Frauenanteil von 50%.
Bei den Vorträgen kam immer wieder eine Problemstellung zum Vorschein:
Wie bringt man als Frau das Familienleben und das Fliegen zusammen unter einen Hut? Gibt es Betreuungsangebote für Mann und Kinder? Ich wäre ja ganz stark für ein Bälleparadies (Spaß beiseite). Ich denke bei diesem Thema gibt es noch reichlich Handlungs- sowie Arbeitsbedarf, damit der Flugsport auch Familienkompatibel wird. Von vielen Frauen hört man, dass sie nicht mehr fliegen, seit sie eine Familie mit Kindern gegründet haben. Schade eigentlich…
Wieder zurück zum Hexentreffen.
Im Anschluss darauf folgten noch sehr informative Vorträge wie der von Ulf Calsbach über die Umstrukturierung der CAMO zu CAO. Ich muss gestehen, dass ich mich da vorher nie großartig mit beschäftigt hatte und es erstmal böhmische Dörfer waren. Umso lehrreicher war dann dieses ausführliche Referat.
Daraufhin gab es noch eine tolle Führung durch das FH-Gebäude in kleinen Gruppen (Über den winzigen Triebwerksteststand habe ich mich besonders gefreut), sowie die Taufe der ASW 19 vom Angelika-Machinek-Fördervereins. Auch ich habe mich für dieses Flugzeug beworden und darf damit nächstes Jahr (’19 mit der 19 😊) fliegen, worüber ich mich unheimlich freue. Danke nochmal liebes AMF Team für das Vertrauen!
Weitere interessante Programmpunkte folgten nach dem Mittagessen, wie die Aktuellsten Neuigkeiten vom oben genannten AMF und vom BAFF. Die Gleichberechtigungsbeauftragte der FH zeigte noch einmal die Karrieremöglichkeiten als Frau auf. Wir brauchen mehr weibliche Professorinnen! Los Jovana!
Ein weiterer Punkt waren zwei parallel verlaufene Workshops zum Thema „Mentales Training“ und „Fliegen und Familie“. Jovana, zwei nette Damen aus der Region (deren Namen ich leider vergessen habe) und ich machten quasi unseren eigenen Workshop mit Kaffee, Tee und Kuchen (Cheat Day und so) und debattierten über diverse passenden Themen wie z.B. Familie und Karriere.
Im Anschluss darauf wurden die Ergebnisse von der „Fliegen und Familie“-Diskussionsrunde vorgestellt. An dieser Stelle merkte man, dass gewisse Probleme auf fast jedem Flugplatz auftreten. Ein ganz großer Punkt ist die Kommunikation. Na klar ist schwer bei einem stressigen Flugtag immer einen freundlichen Umgangston zu behalten und dass ein oder andere harsche Wort fällt schonmal, aber umso wichtiger ist, dass die Grundstimmung eine angenehme ist. Fährt man schon mit Bauchschmerzen raus und hat nach dem Wochenende einige graue Haare mehr, oder freut man sich auf ein lockeres Miteinander? Ich denke an dieser Problematik kann jeder selbst ein bisschen arbeiten. Mir persönlich ist ein „Bitte“ und ein „Danke“ wichtig. Vieles wird als selbstverständlich genommen und zu wenig wertgeschätzt. Daran müssen wir arbeiten! Tut mir leid, wenn ich jetzt irgendwem auf die Füße trete.
Als letzter Programmpunkt in der FH stand die Jahreshauptversammlung des AMF auf der Liste. Leider musste Jovana vorher schon Richtung Flughafen aufbrechen und so saß ich erst einmal „alleine“ dort. Freundlicherweise wurde nicht allzu lange um den heißen Brei herumgeredet, sodass man nach wenigen Minuten zum gemütlichen Ausklang des Abends aufbrechen konnte.

Es ging ins Restaurant „Hangeweiher“, wo ein ausführliches Büffet in angenehmer Atmosphäre auf uns wartete. Auch dort lernte ich viele neue tolle Frauen kennen, von denen ich auch dieses Jahr einige auf diversen Lehrgängen, sowie der DM wiedersehen werde. Ich freue mich sehr auf euch!
Gesättigt und müde brach das die Gruppe Ines, Tina und ich kurz nach Mitternacht auf, um noch vor 1 Uhr in der Jugendherberge anzukommen. Es war super kalt und wir vertrieben uns den Fußweg mit wunderbaren musikalischen Gesängen…wahrscheinlich ganz zum Leidwesen der Anwohner.

Nach einer recht kurzen Nacht klingelte ziemlich früh am Sonntag bereits der Wecker. Direkt nach dem Frühstück folgte die Sitzung vom BAFF (Bundesausschuss für Frauen und Familie), zu der ich als Frauen- und Familienbeauftragte von Berlin auch eingeladen war. Da es meine erste Sitzung dieser Art war, war ich erstmal die stille Zuhörerin. Trotzdem war es sehr interessant und es gibt viele tolle Ideen zum Umsetzen.

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Ein kleiner Teil der BAFF-Truppe

Nach der Sitzung startete dann die allgemeine Aufbruchstimmung. Reisegruppe Berlin machte ich Abreisefertig und setzte sich gegen Mittag auch in Bewegung. Auch auf der Rückfahrt kamen wir sehr gut durch und waren gegen Abend wieder zu Hause. Nach dieser Deutschlandrundreise freut man sich doch sehr darüber, dass das nächste Hexentreffen in Dresden stattfinden wird.

Ich danke allen Frauen (und natürlich auch den Männern) für dieses tolle Wochenende. Es war ein wundervolles Erlebnis euch alle kennenzulernen und neue Freundschaften zu knüpfen. Ich freue mich sehr darauf die Tipps, die ihr mir gegeben habt, umzusetzen und sehe motiviert in die Zukunft. Bis hoffentlich ganz bald! Ihr seid toll ❤

(Ich entschuldige mich, falls dieser Bericht nicht die genaue chronologische Abfolge der Programmpunkte wiedergibt)

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