Ich bin altmodisch!
Nicht nur, weil ich eine 44 Jahre alte ASW19 fliege, sondern weil ich trotz Luxusausstattung in besagtem Flugzeug immer noch mit Karte auf dem Schoß fliege.
Das führt zwar immer wieder zu blöden Kommentaren seitens meiner Mitpiloten, Unverständnis der jungen Flugschüler (die digitale Generation kann mit dem Papiermedium meist gar nichts mehr anfangen) und maximal zerknitterten Karten, die nach einer Saison aussehen, als hätte eine Herde brandenburgischer Wildschweine ein Metal-Festival drauf veranstaltet… aber für mich hat sich diese Kombi-Navigation echt bewährt und ich möchte sie auch gar nicht mehr missen.

Alleine in der Flugvorbereitung ist die Karte wirklich super.
Vor allem, wenn der Flug doch mal in unbekannte Regionen führt, lohnt sich ein Vorab-Blick auf die Karte. Wie ist das Gelände? Gibt es gute (Außen-)Landemöglichkeiten? Muss man besondere Lufträume beachten? Und so weiter.
Man bekommt eine ungefähre Vorstellung davon, was einen auf der Route erwartet und kann blöde Überraschungen minimieren.
Für mich hat sich auch bewährt die Strecke vorher in die Karte einzuzeichnen bzw. aufzukleben (die Markierungsklebebänder von Eisenschmidt eignen sich hervorragend dazu https://www.eisenschmidt.aero/planung-navigation/lineale-kursdreiecke-hilfen/3054/markierungsband )

Im Flug habe ich die Karte dann an der Seite immer griffbereit. Gerade wenn es doch mal knapp an Lufträumen vorbei geht, hat sich der schnelle Blick bewährt, um zusehen was vor einem liegt. Auch die Flugplatzfrequenzen lese ich grundsätzlich in der Karte ab. Der Datensatz im Navigationsrechner kann doch mal veraltet (wenn man mal wieder das Update verpennt hat) oder fehlerhaft sein. Die Karte ist auf dem aktuellen Stand. Aber vor allem bin ich ein großer Fan von der altmodischen Karte um einen schnellen Überblick zu bekommen. Da ist schneller die Höhe des Berliner C-Rings abgelesen, als mich durch den Rechner zu klickern.
Nicht dass man mich falsch versteht: ich liebe mein LX 9000 und mein Oudie, aber mit Karte habe ich einfach das Triumvirat der maximalen Navigation. Und mithilfe der Arbeit aller drei Medien, kann ich die Vorteile jedes Einzelnen optimal nutzen. Natürlich sollte außerdem immer eine Papierkarte dabeihaben, falls die Technik versagt.