Unterwegs auf Strecke

International Gliding Cup Klix 2019

Der Wettbewerb in Klix vom Freitag 26.04. bis zum Samstag den 04.05. war mein zweiter Wettbewerb der Saison. Am Osterwochenende zuvor flog ich den Vereinscup in Brandenburg (siehe letzte Ausgabe) und dies war mein zweiter großer Wettbewerb. Wir reisten bereits zwei Tage zuvor an, um die Trainingstage auszunutzen. Natürlich schlug pünktlich zum ersten Wertungstag das Wetter um…

Freitag 26.04.2019, 1. Flugtag

Bereits am Morgen zog eine deutliche Abschirmung über der Oberlausitz auf und wir bekamen nur eine „kleine“ Aufgabe für den ersten Wertungstag. Es sollte eine Racing Task von 188km in der Clubklasse mit den Wendepunkten Casel, Stale, Gozdnica und Olbasee sein.

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Mein erster Wettbewerb mit Vicky (inzwischen haben wir den Flieger gekauft 🙂
Nachdem man die 18m Klasse als erstes und unsere Clubklasse als zweites in die Luft geschickt hatte, gab es erst einmal eine Pause am Start. Die Steigwerte waren mit ca. einem Meter nicht wirklich brauchbar und durch die dicke Cirrusbewölkung war bereits bei 800m über Grund Schluss.
Als wir dann doch losgeschickt wurden, war mir klar, dass an diesem Tag irgendein Acker meinen Namen tragen würde. Aber Kneifen war keine Option und so überflog ich mit gewissem Kamikazefeeling die Startlinie. Bereits bei Spremberg verlor ich den Rest unserer Klasse aus den Augen. Nur eine Ls1d „V“ kämpfte mit mir in 500m am Kraftwerk Schwarze Pumpe und als wir uns im Funk trafen, entschieden wir uns die restliche Strecke gemeinsam zu versuchen. Inzwischen hörte man im Funk nur noch uns, ansonsten war es still. Ich vermutete zu diesem Zeitpunkt noch, dass alle anderen bereits um einiges weitergekommen waren als wir.
Und an der ersten Wende drohte uns erneut der Boden der Tatsachen. Bereits über dem ausgesuchten Acker suchend, fand ich in 270m den besten Bart des Tages, welcher uns mit über 2m/s zur Höhe des Tages (und zwar sensationelle 1160m AGL). Und weiter! Inzwischen war es bereits später Nachmittag und das Thermikende nahte.
Der spontane Teamflug mit „V“, klappte ziemlich gut. Gemeinsam schlugen wir uns über das Kraftwerk Peitz bis zur zweiten Wende in Polen vor. Leider war dann der Tag zu weit herangeschritten und auf einmal wurde die Luft ganz ruhig. Auf einmal war Schluss und wir hatten relativ viel Zeit, um uns einen schönen Acker auszusuchen.

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Endanflug auf das Feld

Die Wahl fiel auf ein braunes Feld im Norden der Stadt Forst. Die Landung war angenehm, wenn auch sehr staubig. Mein spontaner Teamflugkamerad stellt sich als Gerd vor und gemeinsam warteten wir auf unsere Rückholer.

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Trotz des widrigen Wetters haben wir 102km geschafft.
Leider wurde der Tage nicht gewertet da es nicht ein Viertel der Klasse geschafft hatte, die 100km zu knacken. Trotzdem war der Tag sehr lehrreich und spannend.

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(Quelle: onlinecontest.org)

 

Die nächsten drei Tagen regnete fast dauerhaft. Meist wurde der Tag schon beim morgendlichen Briefing neutralisiert. Wir versuchte die Zeit so sinnvoll es möglich war zu nutzen.

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Erstmal Flugzeugpflege nach der Außenlandung.
Da der Acker unglaublich staubig war, nahm das Putzen einen ganzen Vormittag in Anspruch

So fuhren wir nach Dresden und verbrachten den Nachmittag mit der Truppe in der Kletterhalle.

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Auch die Bautzener Innenstadt wurde erkundet und anschließend ging es in die Senfstube (lecker!).

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Schlechtwetter Sightseeing

An einem trockenen Tag (Nachmittags kam sogar die Sonne raus) besuchten wir das Flugplatzmuseum in Cottbus, anschließend wurde ein Mojito in der Innenstadt geschlürft.

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Mit Oli 1 im Flugplatzmuseum Cottbus.
Bin gespannt, ob beim nächsten Besucht die Foka „MM“ ausgestellt ist

 

Dienstag 30.04.2019, 1. Wertungstag

Am Dienstag (Hexennacht!) zeigten sich wieder fliegbare Ansätze und nachdem die Startbereitschaft auf Mittag verlegt wurde, ging es wieder los. Die Clubklasse bekam eine 144km Racing Task. Erneut mit Casel als erste Wende, sowie Marianka und Olbasee.

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Am Morgen gab es ein kleines Flugprogramm der Bundeswehr

Das Wetter entwickelte sich noch richtig gut, sodass ich vor der Startfreigabe an der Linie herumpirschte, um den besten Einstieg unter eine Wolkenstraße zu finden, die fast genau nach Casel zeigte. Der Weg dahin war schnell und problemlos zurückgelegt und es fing an richtig Spaß zu machen. Das Wetter erlaubte es nur die besten Bärte mitzunehmen und kurz vor der zweiten Wende traf ich auf einige andere meiner Klasse. Die Flugzeuge vor mir bogen auf die östlichere Wolkenstraße ab. Ich jedoch entschied mich für den direkten Weg über Weißwasser. Am heutigen Tag war das ED-R nicht aktiv, sodass man problemlos das Gebiet nördlich vom Kraftwerk Boxberg passieren konnte. Bei Weißwasser schraubte ich mich auf Endanflughöhe und dann ging es zügig nach Hause.
Der Anflug auf den Flugplatz war wirklich eindrucksvoll, da im Minutentakt weitere Segler landeten. Vor allem muss man den berühmten „Pommes“ einkalkulieren. Ein unpassierbarer Streifen mitten auf dem Flugfeld.
Mit einer Geschwindigkeit von fast 96km/h erreichte ich den 5.Tagesplatz und war mehr als zufrieden. Das hat ja mal richtig Spaß gemacht!Übrigens besteht die „rote Laterne“ in Klix aus Episoden von „Getränken, die die Welt nicht braucht“. Genau mein Humor!

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(Quelle: onlinecontest.org)

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Am Abend pilgerten die Segelflieger ins Dorf und mischten die Feierlichkeiten zur Walpurgisnacht auf

Der darauffolgende Tag wurde erneut neutralisiert. Das Wetter wurde schlechter und bei 6°C und Regen wurde es ziemlich ungemütlich im Camp. Die eigentliche Prognose für den Wettbewerb versprach Sonnenschein und Temperaturen im zweistelligen Bereich. Meine kurzen Hosen blieben im Koffer und die meiste Zeit sah man mich in meiner wilgafarbenen Wolldecke gehüllt über den Flugplatz laufen.

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Kalt!

Donnerstag 02.05.2019, 2. Wertungstag

Am Donnerstag den 02.05. wurden wir dann wieder losgeschickt.  Erneut eine 110km Rennaufgabe über Elsterheide, Tschernitz und Niesky. Es war ziemlich windig und die Basis war nicht sonderlich hoch, sodass bereits der Weg zur ersten Wende recht mühselig war. Da ich es kaum über 950m schaffte, hüpfte ich mehr oder weniger von Außenlandefeld zu Außenlandefeld. Die fast 40km/h Wind machten mir in der leichten ASW19b wirklich zu schaffen und es wurde mit der Zeit wirklich kalt im Cockpit.
Auch wenn das Wetter mehr als anstrengend war, ich gab nicht auf und kämpfte mich durch die Strecke (wenn man sich erst einmal von der Platzierung verabschiedet hat und es nur noch nach Hause schaffen will, fliegt es sich schon viel entspannter).
Leider reichte es an diesem Tag nur für den 16. Platz. Aber immerhin rumgekommen…war eine interessante Übung.
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(Quelle: onlinecontest.org)

 

Freitag, 03.05.2019, 3. Wertungstag

Das Wetter besserte sich am darauffolgenden Tag nicht wirklich. Es wurde nur anders.
Bereits am Morgen zogen die ersten Wolken auf und pünktlich zur Startbereitschaft überentwickelte es. Im Feldbriefing wurden dann doch die Aufgabenzettel mit dem Spruch „Noch weniger als Wettbewerbsleiter möchte ich heute Clubklassepilot sein“ verteilt.

Der Moment, wenn die Strecke bekannt gegeben wird

Mit einer erneuten Racing Task von 169km über den Lausitzring, Tuplice, Niesky und Olbasee ging es wieder nach Norden. Immerhin stellte ich nach dem Ausklinken fest, dass die Basis höher als beim vorherigen Tag war.
Allerdings war es noch immer sehr windig und durch die fast geschlossene Wolkendecke auch ziemlich kalt.

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Bisschen bekloppt ist das ja…

Nach den ersten mühsamen Kilometern fand ich mich in unangenehmer Höhe über dem Lausitzring wieder und machte mir ersthafte Gedanken darüber, ob man dort gescheit landen könnte. Aufgrund des Windes, versuchte ich mein Glück an der Windkraftanlage und bekam noch eine Chance. Solange man an der Basis klebte, war das Wetter gar nicht so übel. Je tiefer man aber kam, desto schwieriger wurde es wieder Anschluss zu finden. Nach diesem Wachrüttler lief es ein wenig besser. Ich fand halbwegs tragende Linien und ließ bald den Tagebau bei Welzow hinter mir. Allerdings war auch dieses Mal die Uhrzeit bereits weit vorgeschritten und die Wolkendecke wurde immer dicker. Hier und da konnte man noch einzelne Sonnenstrahlen erkennen, aber man fand immer schlechter Aufwinde und die Basis hatte sich ziemlich abgesenkt. Ab der vorletzten Wende bei Niesky kam man nur noch bis knappe 850m. Hier und da kreiste noch jemand, doch die Steigwerte waren zu gering und der Gegenwind tat sein Übriges. Also los und hoffen, dass die Höhe bis nach Hause reicht. Es waren noch ca. 20km. Ich flog mit einigen anderen zusammen ab. Meine errechnete Ankunftshöhe schwand stetig und ein Stück unter mir warf ein Segler aus der 18m Klasse seinen Motor an. Das sah gar nicht gut aus. Bei der 10km Marke war ich bis auf 380m AGL abgeglitten und vor mir lag ein größeres Waldstück und unlandbares Gelände. Kurz vor einem Hügel, schlug glücklicherweise das Vario aus. Vorsichtig kreiste ich ein und freute mich über stabiles und ausreichendes Steigen. Ich kämpfte mich wieder nach oben und flog weiter, als die Höhe ausreichend schien.
Ich kam ohne weitere Probleme an und erreichte den 11. Tagesplatz.

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(Quelle: Onlinecontest.org)

Klix war sehr lehrreich für mich. Auch wenn es nur für den 10. Platz von 19 gereicht hatte, war es eine tolle Erfahrung bei einem solch großen Wettbewerb mit den Profis mitzufliegen. Es war eine Herausforderung bei Wetter Strecken zu fliegen, bei welchem man im Normalfall den Flieger im Hänger lassen würde.

Klix Wertung

(Quelle: Strepla)

Vielen Dank an das Aeroteam Klix für die Organisation. Inzwischen bin ich auch wieder für 2020 angemeldet (in der Hoffnung, dass das nächste Mal das Wetter besser ist) und freue mich sehr darauf.
Auch Danke ich den AMF für die Bereitstellung der „VS“
Ein ganz großer Gruß geht an unser Camp. Es war mir ein Fest!

 

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