Vorstellungsrunde
Hi! Ich bin Tamino, 19 Jahre alt, ich bin seit 2019 dem Segelfliegen verfallen und fliege seitdem im LSC Interflug Berlin zusammen mit Sally in Friedersdorf, ehm. EDCF (Anmerkung von Sally: Mehr oder weniger, wenn wir wieder einen richtigen Flugplatz hätten. Aber das ist eine andere Geschichte) . Ich bin nun mehr in 4. Generation Segelflieger in meiner Familie doch wir stammen ursprünglich aus dem Harz und alle vor mir sind maximal 50km weit weg vom Flugplatz geflogen. Seit ich Sally kenne probiere ich mich im Strecken-, Kunst-, Gebirgs- und den Wettbewerbssegelflug. Außerdem studiere ich Maschinenbau in Berlin und liebe auch die Segelflugtechnik, ich stehe immer gut 60h jeden Winter in der Werkstatt. Seitdem ich mit meinem Vater einen Discus bT letzten Herbst gekauft habe, bin ich eigentlich nur noch am Basteln 😉, mein Vater wird bald irre, was ich noch alles am Flugzeug auf uns anpassen will.

Vorwort
Warum ein neues Instrumentenbrett, nun ja, unser I-Brett hat zwar schon die höheren Beinausschnitte allerdings haben wir wohl leider unmögliche Körpermaße, sodass wir nur mit dem neuen I-Brett ins Flugzeug passen. Außerdem war das Instrumentenbrett noch original von 1993, da auch ein LXNAV-Gerät im Gespräch stand war die beste Option für mich ein komplett neues I-Brett zu bauen.
Achtung! Ich bin definitiv kein Profi und lerne auch noch, wenn ihr Tipps habt schreibt es uns gerne!
CAD
Erstmal Zeichnungen suchen und leichte Prototypen aus dem 3D Drucker herstellen. Klingt schwierig, lässt sich aber mit etwas Erfahrung in CAD schnell bewerkstelligen.

Nachdem ich mich für ein Layout entschieden habe welches sowohl für Plan A, Oudie N IGC & XCVario und Plan B, LX9050, passt wurde eine Negativform gedruckt und auf eine Möbelplatte geschraubt. Da das LX9050 erst durch das getsponsored Programm von LXNAV Ende Januar realisiert werden konnte wurde Plan A verfolgt. Dann wurde der Druck geschliffen und die ganze Form mit etwas Trennwachs eingerieben und mit einem Papiertuch wieder abgenommen.

Harz, Glasfaser und Schlumpfkacke
Wie der TwinAstir wurde das Instrumentenbrett „aus Harz zusammen geschmiert“. Erst mit dünnem Harz einstreichen, mit Schlumpfkacke oder auch Dickharz genannt, die scharfen Kanten ausfüllen, dann Glasschichten einlegen, erst dünnere dann noch ein paar dickere. Da ich zu viele Lagen reingelegt habe ist mein I-Brett erst mal zu dick geworden… also nochmal runterschleifen.

Da der Discus einen Klapppilz hat musst ich auch noch die Seitenwände anpassen, sodass sie gut in den Rumpf passen. Als alles angepasst und geschliffen war ging es ans Füllern, ich habe einen 2K Kunststoff Füller zum spachteln aus dem Baumarkt genommen. Kurz zusammen rühren, schnell auf Spachteln, und nach Anweisung auf der Dose wieder abschleifen bis eine glatte und ebene Oberfläche entsteht. Danach sah mein I-Brett erstmal aus wie ne Kuh mit schwarzen Flecken.

Instrumentenausschnitte
Wer (noch) keine CNC-Fräse hat oder Kontakt zu jemandem mit einer muss kreativ werden. Da ich schon alles in CAD vorbereitet habe konnte ich mir eine dünne Schablone für die Instrumente ausdrucken. Aufpassen, auch hier auf die Maßgenauigkeit achten! Alternativ kann man sein Layout auch auf Papier ausdrucken und mit einem Klebestift aufkleben. Damit ich etwas schneller bin habe ich mir für wenig Geld eine Edelstahl Schnittschablone für 57mm Instrumente gekauft. Also erst ein Loch bohren, Schablone mit einer Schraube und Flügelmutter montieren, die anderen Löcher bohren und dann den Ausschnitt per Laubsäge oder Dremel grob ausschneiden und z.B. mit einem Rundschleifkopf im Dremel in Form schleifen. Hier habe ich auch immer mal wieder die Instrumente genommen und geschaut, wo noch etwas wegmuss. Für das LX9050 habe ich mir selbst so eine Schablone gedruckt, welche sich anhand der umliegenden 57mm Instrumente orientiert. Wer Interesse an solch einer Schablone hat, kann sich gerne bei mir melden 😉. Alle unregelmäßigen Ausschnitte wie das Thermometer oder die Tankanzeige habe ich ausgemessen, übertragen und auch wie oben beschrieben ausgeschnitten.
Lackierung
Eigentlich möchte man hier definitiv mit einem 2K-Lack gehen, wer mehr lackieren möchte kann sich ein 1kg Nextel gönnen, mir war das aber einfach zu teuer. Neuerdings gibt es noch einen neuen matten 2K-Lack, der auch in kleineren Packungen angeboten wird. Wenn man allerdings, wie ich, unbedingt einen Strukturlack haben möchte und doch etwas zu geizig ist, bestellt man dann kurzerhand eine 12€ Sprühdose „Bumperspray“. Mit diesem Sprühlack (1K!) werden normalerweise Plastikstoßstangen repariert. Ein Strukturlack hat allerdings auch Nachteile, z.B. das Sticker schlechter halten. Der Nachteil am „Bumperspray“ ist die nicht besonders hohe Kratzresistenz und evtl. die nicht so feine Oberfläche wie bei Nextel, außerdem gibt es das meistens nur in schwarz. Nach ~5 Schichten war allerdings die Vorderseite des I-Bretts Fertig, die Rückseite wird natürlich nicht mit lackiert. Ich finde ein schwarzes Instrumentenbrett lässt die Instrumente schön verschwinden sodass hauptsächlich die Zeiger zu sehen sind, nur fotografieren ist mit dem Licht immer schwierig.

Extras
Mithilfe einer bedruckbaren Folie und meines Plotters habe ich mir noch die Beschriftung erstellt und geplottet, da ich bloß leider nie Sticker gerade aufklebe hat das nur bedingt viel am Gesamtbild ausgemacht.
Für Leute mit einem großen Display im I-Brett ist eine Abdeckung gegen Sonnenstrahlen am Boden sehr sinnvoll, um keine Brandflecken zu riskieren. Hierfür habe ich im Baumarkt eine Aquariumsunterlage gekauft und diese zugeschnitten, ein Zuschnitt für die Display-Instrumente reicht allerdings. Mit Locheisen lassen sich die Ausschnitte für Schalter, LX-Drehencoder usw. ausschneiden. Hierbei muss man darauf achten die Löcher nicht zu groß zu machen damit die Abdeckung noch gut von allein hält. (Anmerkung von Sally: Das haben wir uns bei Mirja und Björn abgeschaut)

Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
Damit man auch hier aus den Fehlern der Anderen lernen kann fange ich hier damit mal an.
Ich würde die Form vom I-Brett noch etwas genauer machen, um nicht so viel anpassen zu müssen, außerdem sollte man sich klar sein wie viele Schichten Glasfaser man wirklich braucht. Auch sollte man einen sehr langsamen Härter für das Laminieren benutzen, mindestens 3h Verarbeitungszeit wäre sinnvoll. Auch würde ich einen 2K-Lack benutzen, aus Kostengründen eher den matten, aber glatten 2K-Lack, vom schwarz würde ich allerdings maximal zu einem dunklen grau abweichen.
Vielen Dank für das Lesen meines aller ersten Blogbeitrages, falls ihr von mir und meinen Projekten hören wollt, lasst uns gerne ein Like da, kommentiert und erzählt anderen Fliegern, die sich ein neues I-Brett bauen möchten, allerdings noch zögern.
Ihr könnt mich auch gerne auf meinem Instagram Kanal tamino_goes_gliding besuchen, dort poste ich immer mal wieder etwas über das fliegen und neue Projekte.