Klix wird 30!
Also nicht der Flugplatz (den gibt’s nämlich schon seit 1955!) sondern das berühmte Klassentreffen in der Nähe von Bautzen (da wo der Senf her kommt). Nachdem ich 2019 bereits das Vergnügen hatte dort mitzufliegen (https://team-sally.com/2019/12/12/international-gliding-cup-klix/), wollte ich die Gelegenheit zum Jubiläum nutzen, um meinen ersten Wettbewerb mit dem neuen Discus zu fliegen.
Hochmotiviert vom tollen Gebirgsfluglehrgang in Slowenien ging es am 24.4. nach dem Frühstück mit zwei Autos, Flugzeug und Wohnwagen (nie wieder Zelten in Klix!) Richtung Süden.
Mein Ziel war wieder ein solider Platz im Mittelfeld. Spoileralarm: Wurde nix daraus, ich habe grandios verkackt!
Ja, da kann man leider nichts schönreden, es war einfach nicht meine Woche. Ich habe zwei Wochen Trübsal geblasen und mit mir gehadert, ob ich überhaupt einen Beitrag für diese Blamage schreiben soll. Nachdem ich nun aber größtenteils zu Ende geschmollt habe, denke ich mir: jetzt erst recht!
Denn ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch weiterhin die Meinung vertreten würde, dass man sich auch mal auf ironische Art und Weise für Misserfolge feiern könnte (ja das kann ich ganz besonders gut – was anderes bleibt mir ja auch nicht übrig).
Es war wieder Klixwetter!
Nach der ersten Nacht im Wohnwagen (2°C) wurde sich spontan ein Heizlüfter zugelegt und tagsüber wechselte sich das Wetter ungefähr folgendermaßen ab:
Regen, Sonne, Hagel, Regen, Hagel, Sonne, Wind, Schnee, Sonne, etc.
Erst zum Wochenende sollte es sich ein wenig stabilisieren, sodass die geplanten Trainingstage wortwörtlich ins Wasser fielen und man gemeinschaftlich im Camp fror. So wurde mit Lars die Glühweinsaison verlängert und durch die gewonnene Zeit wurden alte Freunde wieder getroffen und neue tolle Leute nun auch endlich persönlich kennengelernt (der Olaf).


26. April – 1. Wertungstag – Der Tag an dem mich Guben enttäuscht hat
Das Wetter sollte sich wenigstens ein bisschen zum ersten Wertungstag verbessern. Es waren zwar immer noch Schauer und einige Überentwicklungen vorhergesagt, aber es sollte fliegbar werden.
Die leichte Clubklasse stand im Grid ganz vorne und wir hatten zu Beginn eine AAT-Aufgabe mit den Wenden in Bronkow, irgendwo in Polen östlich von Forst und dann noch eine östlich von Rothenburg.



Bereits beim Start freute ich mich, da mich Lars mit der Breezer schleppen sollte. Kurz nach dem Ausklinken pulkten wir uns mit gutem Steigen auf fast 1770m MSL (was an dieser Stelle 1660m AGL entsprach). Tamino und ich wollten zusammen fliegen und trafen uns auch bald vor der Abfluglinie. Da das Wetter nicht besser werden würde und man zu diesem Zeitpunkt bereits erkannte, dass es nach und nach ziemlich überentwickeln sollte, entschieden wir uns nicht lange zu trödeln und kurz nach Eröffnung der Abfluglinie schon loszufliegen.

Also los ging es in fast 2000m MSL. Den nächsten Bart fanden wir bei Nardt und mit 2m/s brachte er uns erneut auf gute 2000m. Nun folgte aber der erste Ausflug unter die Abschirmung. Julius funkte gutes Steigen über einem See „der wie Großbritannien aussieht“. Allerdings konnten wir das nicht bestätigen. Weder das gute Steigen, noch dass der See bei Groß Särchen auch nur annährend Ähnlichkeit mit GB aufweist. Kurz hinter Senftenberg entschieden wir uns nach Norden Richtung Bronkow abzubiegen, da sich dort unter der geschlossenen Wolkendecke noch ein paar Fetzen gebildet hatten. Tamino fand die bessere Linie und kreiste kurz vor mir 100m höher ein. Ja, es kam das was immer passiert (Spoileralarm!). Unten zog der Bart nicht so gut wie oben und so kam es, dass wir uns aufteilten. Er flog in 1600m ab weiter nach Norden, ich plante meine weitere Streckenführung über Cottbus, da die Wolken dort meiner Meinung nach eine bessere Struktur aufwiesen und hier und da doch noch ein wenig die Sonne durchkam. Also gab ich mich in diesem Bart in 1300m geschlagen (um 0,5m/s zu kurbeln war ich noch nicht verzweifelt genug) und bog nach Nordosten ab. Kurze Zeit später fand ich besseres Steigen und mit 1,5m/s ging es für mich noch einmal auf 1700m und ich hielt Kurs auf Cottbus. Da die großen Klassen eine ähnliche Streckenführung wie ich hatten, fand ich direkt über der Stadt eine nette Boje, die mir noch einmal 400m auf 1800m schenkte. Bis jetzt lief es doch gar nicht so schlecht, trotz dem schwierigen Wetters, also legte ich mir einen Plan zurecht. Ich wollte weiterhin den Kurs nach Nordosten beibehalten und über die Tagebaue und dem Kraftwerk Jänschwalde über Guben zur zweiten Wende in Polen springen. Die Wolken hatten Struktur und hier und da blitzte auch mal ein Sonnenstrahl durch. Tagebaue und das Kraftwerk sind immer eine gute Idee und Guben hatte mich ja bisher in all meinen Flügen noch nie enttäuscht. Tschakka und los! Als erstes steuerte ich das Kraftwerk an und hoffte auf die gute alte Kohleenergie. Ich kalkulierte den Wind aus Südwesten ein, flog den Schornstein an und folgte ihm in Windrichtung.
Es kam: nichts! Außer 3m/s Fallen gab es nicht einmal den Anschein eines Steigens (normalerweise wird es ein wenig ruppig, wenn man wenigstens in der Nähe der Kraftwerksthermik war). Egal, ich hatte ja noch 1500m und flog weiter zu meinem Plan B in Form der Tagebaue. Nördlich vorbei am ehemaligen Flugplatz Cottbus-Drewitz und ich flog die Tagebaukanten ab. Zwar züppelte es hin und wieder, aber auch trotz einiger Suchkreise fand ich kein brauchbares Steigen.
Also musste doch auf Plan C zurückgegriffen werden. Guben! Man muss sich dieses Szenario folgendermaßen vorstellen: Stadt Guben an der Deutsch-Polnischen Grenze. Genau ein Sonnenstrahl weit und breit schien von Süden auf die Stadt, darüber eine Mischung aus Wolkenflatschen und Cu-Fetzen, wobei man nicht genau sagen konnte wo der Flatschen aufhört und der Cumuli beginnt. Wind immernoch aus Südwesten. Ich noch 1000m hoch und der vollen Überzeugung, dass mit genannten Faktoren (Sonne und Wind) es ja eigentlich halbwegs klar sein sollte, wo die Thermik stehen würde. Es ging wieder sensationell vor der Wolke nach unten mit 3-4m, aber ich dachte an den O-Ton vom Trainer, dass da ja auch irgendwo das Steigen stehen sollte, das Ganze sei ja kein Vakuum. Also flog ich auf der Sonnenseite mit Berücksichtigung des Windes die Wolke an. Das Vario schlug leicht aus, aber da das erhoffte ordentliche Steigen ausblieb machte ich hier und da ein paar Suchkreise. Ich meine: es ging ja mega abwärts, da muss ja wohl mehr als 0,5m/s stehen. Als an dieser Stelle nichts zu finden war, flog ich die Wolke ein Stück nach Osten, noch mehr Suchkreise. Auch nichts gefunden. Ich war ratlos und sah mir die Sache noch einmal genau an. Ich war genau über der Stadt, die Sonne im Süden und in der Windverlängerung zur Wolke (das musste ich schon einkalkulieren, war ich nämlich inzwischen auf die halbe Basishöhe gesunken). Naja, sagte ich mir, bevor ich hier noch mehr Zeit versemmel, probiere ich mal den nächsten Fetzen in Polen, vielleicht stolpere ich ja auf dem Weg dahin endlich über das Steigen. Allerdings war dieser Fetzen die letzte mögliche Option, da ansonsten weit und breit auch keine Sonne mehr zu sehen war. Also ab unter die polnische Wolke. Nunja, ich sage es mal so…kurze Zeit später fand ich mich in 650m AGL über Guben wieder. Es war zum verrückt werden, zumal ich nicht mehr so viel Luft bis zur Motorhöhe hatte. Inzwischen hatte ich eine Viertelstunde in Guben versenkt und nach und nach holten mich ein paar andere Clubklasseflugzeuge ein, die ein gutes Stück über mir in dann doch ordentlichen Steigen kreisten. Ich gab der Sache noch eine Chance, kalkulierte wieder den Wind zu deren Position und fand immerhin ein Meterchen, welches mich weiterhin im Spiel halten sollte. In der Zwischenzeit näherte sich auch Tamino aus dem Norden nach einem Ausflug über den Spreewald. Leider war mein Meterchen in 1000m wieder weg und ich entschied mich, ihm entgegenzufliegen, auch wenn der Sprung in den Norden meiner Meinung nach keinen wirklichen Sinn ergeben würde. Aber all die logischen Ideen die ich hatte, haben ja nichts gebracht, also musste man unkonventionell weiterdenken. Tja, was soll ich sagen. Wir trafen uns auf halbem Weg in 800m Höhe bei 1,5-2m/s Steigen nördlich der Stadt. Ich war genervt, ich verstand es noch weniger, aber ich war froh erstmal wieder im Spiel zu sein, auch wenn ich gute 20 Minuten in Guben verloren hatte. Ich ärgerte mich, aber konnte wirklich keine logische Schlussfolgerung schließen, warum ausgerechnet hier das Steigen zu finden war. Egal!
Nun waren wir wieder gemeinsam als Disketten-Geschwader unterwegs und entschieden uns die Wende gleich hier zu nehmen und den Weg nach Süden einzuschlagen. Es lag eine wunderbare Wolkenstraße auf dem Weg, die fast bis zur letzten Wende reichen sollte. Also rasteten wir südlich von Guben unter der Aufreihung in 1500m ein und schwabbelten nach Süden. Was soll ich sagen? So zäh es bei Guben lief, umso besser war es nun 400m unter der Basis entlang der Straße. Es machte wieder richtig Spaß. Wir flogen gute 30-40km ohne auch nur einen Kreis zu machen und schwabbelten uns langsam aber sicher an die Wolkenbasis. Ich entspannte mich und gönnte mir endlich mein Wendebrötchen. Auf Höhe Neuhausen mussten wir uns entscheiden, folgten wir weiterhin der Wurst, würde sie uns früher oder später direkt ins aktive EDR76 führen, ein paar einzelne aber gut aussehende Wolken machten einen Knick nach Südosten, wo man entspannt zwischen den deutschen und polnischen Sperrgebieten durchfliegen konnte. Also bogen wir ab. Nunja, mit erst einmal mäßigem Erfolg.

Die nächsten Wolken zogen alle nicht und ehe wir uns versahen sind wir von 2000m auf 1000m abgeglitten. Tamino fand ein bisschen Steigen, aber da ich mal wieder die schlechtere Linie gewählt hatte (ich muss definitiv etwas an meiner Linienfindung ändern, wenn ich nur wüsste was) war ich wieder einmal 100m tiefer und mein Spocky der aufgrund einer vergangenen Bruchreparatur und einer etwas kräftigen Pilotin um einiges schwerer war als Taminos Paul-Gustav steigt bei schwacher Thermik um einiges schlechter. Wahrscheinlich fiel ich auch einfach unten aus der Thermikblase raus. Da das Steigen ja sowieso nicht der Brüller war, flogen wir weiter. Ich traf 50m weiter den gesuchten Bart und freute mich über 1,5m/s. Tamino wollte nicht umkehren und flog mutig weiter zur nächsten Wolke. Mein Kamerad fand an der nächsten Wolke 2m/s, aber ich entschied mich aufgrund von oben genannten Tatsachen in meiner Thermik zu bleiben. Der Klassiker wäre ich fliege los, komme tiefer an, falle unten aus der Blase raus und finde mich in einer wirklich unkomfortablen Höhe wieder. Also wurstelte ich mich auf fast 1800m und kalkulierte, dass ich noch ein paar Hundert Meter brauchen würde, um nach Hause zu kommen.

In der Zwischenzeit hatte mich auch die offene Klasse eingeholt und an Bojen mangelte es nicht. Kurz vor der Grenze, ging es noch einmal mit anderthalb Metern von 1200 auf 1500m und ich war fast zu Hause. Der Endanflugrechner kalkulierte eine Ankunftshöhe von +-0 auf den Zielkreis, allerdings hatte ich den Wind genau auf die Nase und die großen Sinkstrecken waren an diesem Tag ja mehr als bekannt. Also ein paar hundert Meter würde ich zur Sicherheit gerne noch mitnehmen. Ich flog auf Kurs weiter und genau in Bahnverlängerung von Rothenburg stand dann der Bart des Tages mit 3m/s. Wieso nicht gleich so? Ich freute mich über das Ticket nach Hause und nahm aus Prinzip noch ein paar Meter mehr zur Sicherheit mit. Die könnte ich ja im Endanflug noch in Geschwindigkeit umwandeln. Gesagt getan, ich kam trotzdem mal wieder viel zu hoch am Zielkreis an, allerdings bevorzuge ich tatsächlich bei einem Wettbewerb mit 120 Flugzeugen einen gewissen Spielraum in der Platzrunde. Beim Ausschweben nahm ich noch volle Möhre die Bodenwelle mit (die man leider erst sieht, wenn man unmittelbar davor ist), aber ich war zu Hause. Was für ein durchwachsener Tag!


Unser Camp verteilte sich folgendermaßen: Julius auf Platz 2 mit 92 km/h, Tamino auf Platz 15 mit 80km/h, ich auf Platz 21 mit 72km/h und Nicole auf Platz 24 mit 65km/h.
https://www.weglide.org/flight/381598

27.April – 2. Wertungstag – Aus Fehlern lernen – Sally zero points!
Wie die Überschrift schon sagt: 0 Punkte! Ich war so richtig dumm und habe ins Klo gegriffen!
Aber wieso und weshalb ich mir die 0 Punkte eingefangen habe, kommt erst am Ende des Kapitels. Ich will euch ja nicht die Spannung vorweg nehmen.
Das Wetter sollte besser werden und wir bekamen eine 262km RT nach Polen. Es sollte luftraumtechnisch etwas knifflig werden, denn zwar war das EDR76 frei weil Wochenende, dafür lag aber das polnische Sperrgebiet EPD31 direkt neben dem Kurs zur ersten Wende.
Nach dem Auskuppeln freuten wir uns über gutes Steigen in sensationelle Höhen. Bald war auch schon die Startlinie frei und es passte irgendwie gerade von der Position und so ging es in 2300m los nach Osten. Zwar war der Sprung zu den nächsten Wolken, die erst bei Rothenburg standen, wirklich gewaltig, aber bei der ersten Wolke ging es wieder mit 3m/s aufwärts. Wir kalkulierten unsere Route, sodass wir knapp aber sicher am besagten EPD vorbeikämen. Kurz davor traf Julius wieder zu uns, der eine südlichere Route gewählt hatte.


Die Wende lag am alten Flugplatz Krzywa, die wir in 1500m nahmen und anschließend mit 3m/s wieder unter einer Wolke kreisten. Irgendwie traf Tamino ausnahmsweise eine schlechtere Linie als ich und war am Ende des Kurbelns 300m unter mir (Spoileralarm: hat nix zu sagen). Jetzt ging es also mit Rückenwind nach Norden. Man erkannte schon von weitem, dass um die Wende herum ein Schauer stand und es an dieser Stelle nicht einfach werden würde.


Also versuchten wir zu dritt unter den Wolken davor noch halbwegs sinnvoll zu kreisen. Bei der vorletzten Wolke vor der Wende kreisten Julius und Tamino unter mir ein und nahmen 1,5-2m/s mit. Ich (die höher war), traf leider kein Steigen, dachte mir aber in meiner Naivität, dass da ja sicher bei den nächsten 3 Wolken irgendwas kommen sollte, ich hatte ja schließlich noch 1700m. Tja, der nächste Fehler war, dass ich eine Wolke, die in der Wende vor mir stand ansteuerte, die aber im Schatten lag. Natürlich passierte unter besagter Wolke gar nichts, bis auf 2m/s Sinken. Die Beiden sparten sich diese Wolke und flogen direkt am Schauer vorbei zur Nächsten. Diese Wolke peilte ich dann auch an, allerdings ging es erst noch am Schauer vorbei und so richtig schön sah sie nicht aus. Ach egal, du hast ja noch 1400m AGL, da wird schon noch was kommen. Tja und was kam? 3m/s Sinken. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon 300m tiefer als Tamino und Julius. Ich flog den Fetzen ab, und es passierte weiterhin gar nichts. Der Variozeiger kam nicht einmal in die Nähe der 0 und auch die Luftmasse bewegte sich nicht um mich herum. 600m AGL. Also als letzter Versuch in die Sonne. Zwar merkte ich jetzt wieder etwas Bewegung in der Luft, aber es war nichts greifbar. 400m über Grund. Nunja…Zeit für den ersten scharfen Einsatz auf Strecke des Turbos. Notfallfeld hatte ich unter mir. Also die ganze Prozedur, Deko ziehen, Anstechen, Kraftstoffpumpe. Ja er drehte, aber es kam keine Power und es klang komisch. Also nochmal Pumpe. Es half nichts. 330m AGL – Scheiße! Jetzt muss langsam eine Entscheidung her! Ich funkte Tamino an, ob er (als alter Turboflieger) eine Idee hätte, was ich falsch gemacht haben könnte. Er meinte, ich solle noch einmal alles durchgehen. Ok! Also Kraftstoffhahn war auf, Fahrt stimmt, Zündung? Zündung! Ich Depp hatte die Zündung vergessen. Also Kippschalter umgelegt und auf einmal kam der Motor auch richtig. Puh, das war noch einmal gut gegangen in 270m über Grund. Da es nun langsam wieder nach oben ging, konnte ich mich erst richtig über meine Blödheit ärgern. Den Rest der Strecke überspringe ich einfach mal.

Ich war nervlich am Ende, unglaublich schlecht gelaunt (das Wetter war richtig gut), ich brauchte noch zwei weitere Male den Motor (allerdings gönnte ich mir da den Anlassvorgang in 800m (da habe ich an die Zündung gedacht)) und verschickte frustriert Sprachnachrichten (Danke an die Felsen in der Brandung für’s Ertragen!)
Und jetzt kommen wir zur Aufklärung, weshalb mir nicht einmal meine 150 Trostpunkte vergönnt waren. Nach dem Auskuppeln hatte ich zweimal kurz den Motor an. Beim ersten Mal sprang er schon schlecht an (es lag nicht an der Zündung) und so wollte ich einen zweiten Probelauf machen, was aber laut SWO gleich einer virtuellen Außenlandung ist. Ja dieser Tag war für die Tonne! (Und beim Ausschweben bin ich wieder in der Bodenwelle eingerastet, allerdings von der anderen Seite. Der arme Spocky)
Ich versuche aber immerhin ein paar Dinge mitzunehmen:
- Nur ein Motorlauf!
- Zündung!
- Wolken im Schatten sind eine doofe Idee, auch wenn sie gut aussehen
- Lieber direkt in die Sonne!
- Notfallfelder beim Turbo sind enorm wichtig
Die Platzierung an diesem Tag: Julius auf Platz 9 mit 103km/h, Tamino auf Platz 23 mit 96km/h, Nicole auf Platz 25 mit 83km/h
https://www.weglide.org/flight/382148
Danke an dieser Stelle an meine Freunde und Trainer die mich wieder aufgebaut haben


Der nächste Tag wurde schon morgens neutralisiert und das Camp nutzte die Zeit für eine Kajaktour durch den Spreewald.

29. April – 3. Wertungstag – Besser widerlich als wieder nich
Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht vom vorherigen Flug sehr frustriert war. Aber inzwischen war ich so weit in der Platzierung nach unten gerutscht, dass ich eine gewisse „Ist mir egal“- Stimmung hatte. Bekanntlich hat man ja den meisten Spaß, wenn es einem vollkommen egal ist. Vor dem Start haben Tamino, Rolf und ich nach der harten Landung noch gründlich das Flugzeug inspiziert und befanden den guten Spocky als flugtauglich. Das Wetter war so lala. Warmluft, vielleicht hier und da mal ein Cumulus-Fetzen, aber nichts der Brüller. Wir bekamen eine kurze 2h AAT in Form der Merkel-Raute. An diesem Tag war wieder das EDR76 im Weg, außerdem begrenzte das polnische TSA den Spielraum nach Osten. In facto gäbe es nur einen schmalen Korridor in der ersten Wende nach Norden.
Die Arbeitshöhe war nicht ganz der Burner und wir flogen mit einem Pulk zeitig in 1350m AGL über die Startlinie. Über Rothenburg stand dann wieder der nächste Bart, der uns aus 500m AGL wieder auf 1300m AGL mit 1,5m/s brachte. Der Weg in Polen nach Norden war erfreulich problemlos, denn dort standen hier und da ein paar einzelne Cu-Fetzen, die aber immer zuverlässig zogen

Kurz vor der zweiten Wende schafften Tamino und ich uns auf 1500m AGL und bogen wieder nach Westen Richtung Deutschland ab. Zwar war es hier wieder komplett blau, aber wir flogen Wälder, Windräder und Solaranlagen an. Halt alles potentielle Ablösepunkte bei Blauthermik. Leider brachte das nicht das gewünschte Ergebnis und die Höhe schwand langsam aber stetig. Die Grenze passierten wir in 800m AGL und die nächste Idee war der Tagebau beim Kraftwerk Jänschwalde. Dort fanden wir in 500m einen Thermikpups und bissen uns an diesem fest. Tamino war mutig und entschied sich das Kraftwerk als letzte Option zu versuchen. Mein fliegerisches Selbstbewusstsein war nach der Sache vom letzten Flug doch ziemlich hinüber und ich parkte erst einmal weiter in meinem positiven Nuller, um abzuwarten, ob das Kraftwerk ziehen würde. Da wir nicht sonderlich hoch waren, wäre die Ankunftshöhe am Kraftwerk wahrscheinlich unter 400m und meine goldene Turbo-Höhen-Regelung würde ganz schön wackeln. Außerdem sah die Umgebung jetzt nicht so wirklich landbar aus, da aufgrund des Kraftwerks kreuz und quer Stromleitungen lagen. Tamino kreiste ein und berichtete von sicherem Steigen. Dann nahm ich meinen Mut zusammen, zog den Bauch ein und folgte ihm. Er kreiste westlich des Kraftwerks und als ich die Türme direkt passierte, ging es erst einmal mit 4-5m/s abwärts. Das könnte aber auch ein gutes Zeichen sein und flog tapfer hindurch. In 350m fand ich dann den Kraftwerksbart, der durch seine Ruppigkeit und den unverwechselbaren Geruch gut zu erkennen war. Da Tamino ja vor mir das Kraftwerk angesteuert hatte, war er auch ein gutes Stück über mir und flog in 1200m kurze Zeit später wieder ab. Ich kreiste aber noch in soliden 2m/s und kurze Zeit später bekam ich Besuch von der „TI“. Einer Mosquito aus Schweden, mit Samuel Richardsson als Pilot (wirklich netter Kerl, zu ihm später mehr). Froh darüber im Blauen nun nicht alleine weiter fliegen zu müssen, flogen wir beide in 1300m AGL ab und wählten einen etwas westlicheren Kurs direkt über Cottbus (Tamino hat den direkten Kurs über die Seen gewählt). Wie zu erwarten war, passierte auch hier nichts und so konnte man nur stumpf irgendwelche Bodenmerkmale anfliegen, in der Hoffnung einen Auslösepunkt zu treffen. Die TI machte einen Schlenker ein Stück weiter in den Westen, ich behielt meinen Kurs bei und peilte eine Ansammlung von Windanlagen an. Die Höhe schwand und in 600m AGL hob sich minimal eine Fläche und ich kreiste ein. Es war mal wieder der berühmte positive Nuller, aber aufgrund meiner Höhe und fehlenden Alternativen, biss ich mich erst einmal fest. Nach 10 Minuten hatte ich sage und schreibe 100m erkämpft. Samuel hatte weniger Geduld und flog 100m unter mir weiter, während ich noch kurbelte und kämpfte. Als der positive Nuller langsam zum negativen Nuller wurde, entschied ich mich als nächste letzte Option eine sandige Ebene anzufliegen. Dort traf ich in 510m 0,5m/s Steigen, aber war erst einmal froh, weiter im Spiel zu bleiben. Das nächste Kraftwerk war in der Nähe, aber ich brauchte, um es zu erreichen und handlungsfähig zu bleiben sicher noch ein paar Meterchen.

Also kämpfte ich mich Meter um Meter nach oben, bis ich in 670m kalkulierte, dass es grob passen könnte, zumal nun auch einige Bojen der anderen Klassen dort kreisten. Also los! Auf dem Weg dahin erkannte ich auf dem Feld neben dem Kraftwerk auf einem Feld bei Spremberg einen gelandeten Segler. Es war die TI…schade! Aber jetzt musste ich mich konzentrieren, dass ich es ihm nicht bald gleichtun, beziehungsweise wieder Sprit verballern würde. Aber soweit kam es nicht, denn das Kraftwerk zog mit soliden 1,5m/s und schmiss mich oben in 1100m AGL raus. Das könnte schon bis nach Hause reichen, aber ich nahm unterwegs doch nochmal 200m Höhengewinn mit, um ganz sicher zu gehen.

Die Campplatzierung führte dieses Mal Tamino auf Platz 14 mit 75km/h an, danach folgte Nicole auf Platz 19 mit 69km/h, die Schlusslichter bildeten Julius mit Platz 23 und 67km/h und ich auf Platz 24 mit 65km/h.
By the way: dieses Mal habe ich bewusst die andere Flugplatzseite anvisiert…ohne Bodenwelle.
https://www.weglide.org/flight/384177
Aufgrund von zu viel Wind und damit verbundenen spannenden Anflügen der Wiederlander wurden am nächsten Tag die Clubklasse- sowie Doppelsitzerklasse im Grid neutralisiert. Wir machten das Beste aus der Situation:


Der darauffolgende Tag versprach schlechteres Wetter und wurde schon zeitig neutralisiert, damit man sich vom schönen Abend beim Hexenbrennen ein wenig besser regenerieren konnte.

2. Mai – 4. Wertungstag – Anlauf statt…ähhh…Schmiermittel
Es war windig! Es war brutal windig! Der Tag zuvor wurde für die Club- und Standardklasse noch am Boden neutralisiert, nachdem es aufgrund mangelnder Thermik und 50km/h Wind zu einigen fragwürdigen Anflügen kam. Aber an diesem Freitag, sollte immerhin die Thermik besser sein und so bekamen wir trotz 40-50km/h Wind eine 2h AAT. Ein schönes auf der Kante stehendes Quadrat nach Norden.

Nach dem Auskuppeln wurde klar: es windet sehr und der Versatz beim Kurbeln ist gewaltig. Auf 1500m angekommen war man schon fast westlich vom EDR76 und nur mit Mühe konnte man sich vorarbeiten. Die Abfluglinie war Klix direkt, was wirklich unpraktisch war, da es von Süden her abtrocknete und uns der Wind nach Norden hin versetzte. Es war wirklich schwer mit brauchbaren Steigen Höhe zu machen und sich gleichzeitig irgendwie sinnvoll zur Startlinie zu begeben. Da nun auch die letzten nicht wirklich ziehenden Wolken weit nördlich zur Linie standen, war es ein Rennen gegen die Zeit, bis lokal nichts mehr gehen würde. So machte sich ein kleiner Pulk inklusive meiner Wenigkeit auf eine eher etwas unorthodoxe Art und Weise daran, die Aufgabe zu beginnen. In 1300m AGL (es ging einfach nicht mehr höher) wurde mit Gegenwind zur Abfluglinie geflogen, um sie an dem nördlichsten Punkte zu überqueren, nur um dann direkt wieder nach Norden zu den nächsten Wolken kurz vorm Kraftwerk Boxberg zu fliegen. Dort ging es zum Glück auch mit 1,5m/s nach oben und in 1500m ging es weiter nach Osten. Man musste höllisch aufpassen, dass einen der Wind nicht ins Sperrgebiet bläst, so entschieden sich zwei weitere Piloten (inklusive der lieben Lilian in ihrer DG300 „YY“) erst einmal einer kleinen Aufreihung nach Südosten zu folgen, um wieder gewissen Sicherheitsabstand herzustellen. Leider brachte diese Aufreihung nichts, sodass als nächstes Kurs auf eine schöne fluffige Wolke direkt westlich von Rothenburg genommen wurde, welche in 750m erreicht wurde. Diese brachte erst einmal nur einen Meter und nachdem ich mir etwas mehr Handlungsspielraum mit 1000m erarbeitet hatte, entschied ich mich zum Weiterfliegen, die Optik war ja gut und den Flugplatz Rothenburg würde ich sicher erreichen. Tja, keine 100m weiter stand dann der 3,5m/s, mit dem es dann auch auf 1800m ging.

Knapp flogen wir parallel zum Sperrgebiet und folgten dahinter einer Aufreihung nach Norden. Manche Wolken fingen hier und da bereits an abzuregnen und so konnte man sich nur eine halbwegs tragende Linie suchen, denn Steigen gab es unter den großen Flatschenwolken so gut wie keines. Die Schauer und Überentwicklungen waren allerdings nur sehr lokal und als ich wieder in der Sonne war, erkannte ich dass die zweite Wende fast komplett im Blauen lag. Nur ein paar vereinzelte Fetzen standen darin, sodass ich meinen ursprünglichen Plan die zweite Wende mit dem Rückenwind weiter auszufliegen, doch verwarf und diese nur ankratzte, um direkt wieder nach Südwesten zu den Wolken abzubiegen. Da allerdings das letzte Mal auf der Hälfte des zweiten Schenkels gekurbelt wurde, befand ich mich beim Abklatschen der Wende nur noch in 1000m. Zusammen mit einem kleinen Pulk wurde die nächsten Wolken angesteuert und da sich die Einzelnen gut verteilten, wurde auch rasch in 680m ein bisschen Thermik gefunden. Nach 200m Höhengewinn, ging es ein Stückchen weiter, wo dann auch wieder die 2,5m/s warteten. Ratzfatz befand ich mich wieder auf 1900m und der Pulk löste sich auf, denn jeder hatte einen anderen Plan. An dieser Stelle musste eine weitere Entscheidung getroffen werden. Entweder direkt nach Norden um an der Sprungzone Cottbus-Neuhausen vorbeizukommen, oder weiter nach Westen und südlich vorbei. Ich entschied mich für die Variante 2, da ich noch 30 Minuten auf der Uhr hatte und das eigentlich mit fast 50km/h Gegenwind auf dem Rückweg gut hinhauen sollte. Vor mir lag eine große ausgebreitete Wolke und ich flog stumpf einfach die Mitte an. Dieses Mal hatte ich aber endlich Glück und traf in 1200m erneut einen 3,5m/s, der mich rasch zurück an die Basis katapultierte. In diesem Bart war ich nicht alleine, Thomas in seiner LS7WL „PG“ (nicht zu verwechseln mit Tamino, der sich für den Wettbewerb zu einer „RG“ gemacht hat), kreiste unter mir, flog aber auch ein Stück tiefer weiter. Ich traute allerdings dem Gegenwind nicht und gönnte mir bei dem tollen Steigen einen Ausflug zur Basis auf 2000m.

Und so begann der lange Endanflug nach Klix. Bereits ein paar Kilometer weiter, stellte ich erschrocken fest, dass sich meine Ankunftszeit nicht wie gewohnt verlängerte, sondern verkürzte. Na, das hatte ich auch noch nie! Aber naja, dachte ich mir, bei deinem Glück passiert irgendetwas unvorhergesehenes und du brauchst doch wieder länger. Nein natürlich nicht! Dadurch, dass ich mir Basishöhe gegönnt hatte trug es ganz ordentlich (während ich beobachtete, wie Thomas immer weiter sank. Anscheinend waren die 100m mehr doch wirklich hilfreich auf dem Heimweg). Ich konnte auch nicht die Höhe in Geschwindigkeit umsetzen, dann wäre ich nur noch früher angekommen. Also flog ich gemütlich zum letzten Orientierungskreis und flog diesen noch aus, um wenigstens ein paar Sekunden gut zu machen. Es half nichts und ich kam 2 Minuten zu früh am Platz an. Der arme Thomas hatte leider kein so großes Glück, passierte er zwar den Zielkreis (wenn auch zu tief), aber entschied sich vor dem Wald doch für die sichere Außenlandung. Chapeau für diese Entscheidung! (Ich selbst bin ja bei uns in Friedersdorf schon einmal vor dem Wald außengelandet, aber das ist eine andere Geschichte).
Der Flug hat mir wieder viel Spaß gemacht! Endlich hat sich die Masse des schweren Discus bezahlt gemacht bei dem Wind.

Dieses Mal war das Camp sehr stolz auf unseren Julius, der sich mit einer mutigen Idee auf Platz 1 mit 94km/h setzen konnte. Tamino auf Platz 10 mit 74km/h, ich Platz 12 mit 74km/h (Tod durch Index halt) und Nicole leider auf Platz 26, da sie nach dem ersten Absaufer am Platz keinen Anschluss mehr bekommen hatte.
https://www.weglide.org/flight/386176

3. Mai – 5. Wertungstag – Gefährliches Wetter
Da die Clubklasse einen Wertungstag weniger als der Rest hatte, mussten wir wieder los. Es waren Schauer und Gewitter gemeldet und bereits nach dem Auskuppeln stand die Regenfront schon an der polnischen Grenze. Ich funkte das der Wettbewerbsleitung mit dem Hinweis, dass man NOCH die Chance hätte alle trocken landen zu lassen, bevor es zur Anhängerrallye werden würde. Ich bekam den wirklich blöden Spruch des Klassensprechers „Dich zwingt keiner zu fliegen, du kannst ja wieder landen!“ entgegen geworfen. Im Nachhinein ärgert es mich immer noch, da meiner Meinung nach Sicherheit immer vorgehen solle, schließlich machen wir das doch auch alle nur aus Spaß.
Es half aber alles nichts und ich wollte es wenigstens versuchen. Trotzdem hatte ich großen Respekt vor aufziehenden Unwettern, zumal bei Regen der Turbo ja auch nicht zu gebrauchen ist. So richtig wollte das Wetter auch nicht mitspielen, denn wir kamen alle kaum über 1000m. Die Steigwerte waren auch unter aller Kanone, aber man wollte dieses Mal wirklich keine Zeit verlieren und flog direkt nach Eröffnung der Startlinie los. Und es passierte viele Wolken lang…nichts! Die Optik war eigentlich gar nicht übel, aber es war null Bewegung in der Luft. Kurz vor Nardt konnte man mit einem halben Meter mal hier und mal da 100m erkämpfen, aber die meiste Zeit bewegte man sich im Höhenband 550m bis 750m. Direkt am Flugplatz ging es dann wenigstens mit einem sagenhaften Meter wieder auf 1000m und wir setzen unsere Reise fort. Hinter Senftenberg gab es noch einen kläglichen Einkreisversuch in 550m und als letzte Option teilten sich Tamino und ich uns wieder unter einer großen Wolke auf. Es kam wie immer, er hatte den besseren Riecher und fand in 550m einen guten Meter, für mich gab es in 420m über Grund nur einen positiven Nuller, der sich nach fast 10 minütigem Kampf mit null Höhengewinn auch auflöste. Wofür hat man denn einen Turbo? Dieses Mal benahm er sich ganz tadellos und sprang beim ersten Versuch an. Nachdem ich mich zurück auf 1000m gebrummt hatte, plante ich meinen weiteren Flug. Die dunkle Wand hat sich immens vergrößert und ein Blick auf den Regenradar zeigte, dass sich die Regenfront von Bautzen bis Eisenhüttenstadt erstreckte.

An ein Durchkämpfen wollte ich erst gar nicht denken, zumal der Flug ja sowieso bereits beendet war. So entschied ich mich für eine Sicherheitslandung auf einem der umliegenden Flugplätze. Kriterium dafür war, ob ich an diesem Tag dort eventuell Leute mit Verzurrzeug antreffen könnte, um Spocky im Falle einer Böenwalze sicher vertauen zu können. So fiel die Wahl auf den Flugplatz Welzow, den ich sowieso noch nie besucht hatte. Man muss ja in jeder Situation das Beste sehen…Sightseeing! Ich erwischte auch direkt jemand im Funk und so gönnte ich mir eine Landung auf der langen Asphaltpiste. Kaum war ich ausgerollt, schon wurde ich freundlich begrüßt.


Nach einem kurzen Austausch und der Besichtigung eines alten Russenshelters (den Flugplatz gibt es schon seit 1928 und wurde nach dem zweiten Weltkrieg von der Sowjetischen Luftwaffe bis zu deren Abzug in der Mitte der 90er Jahre betrieben), bekam Spocky eine trockene und sichere Unterstellmöglichkeit bis der Rückholer eintreffen würde. Genau zur richtigen Zeit, denn kaum war der tapfere Discus in der Halle, ging es draußen auch schon mit Starkregen und Donner los. Zufrieden mit meiner Entscheidung lieh ich mir Putzzeug und befreite ihn von Tape.

Unwetter durchgezogen war, bekam ich sogar ein kühles Getränk ausgegeben und kurze Zeit später war ich auch nicht mehr die einzige versprengte Pilotin aus Klix. Vom Regen runtergespült, landeten kurz nacheinander Eike und mein Kumpel Samuel. Diese haben es noch bis zur zweiten Wende im Nordosten geschafft, aber auch für die beiden gab es durch den Regen kein Durchkommen. Bald war auch schon Steffen samt Crew da und Spocky war schnell eingepackt. Die Situation wurde noch genutzt und ich machte den Kanister mit Avgas noch einmal voll.
Auf dem Heimweg kamen wir durch zwei weitere Platzregen und die Clubklasse, die sich auf sämtlichen Äckern und Flugplätzen verteilt hatte, wurde mehrere Male ordentlich durchgewaschen. Genau drei Piloten von 31 haben die Aufgabe geschafft. Ich halte noch immer die Entscheidung der Wettbewerbsleitung und vom Pilotensprecher für fahrlässig und gefährlich (der Pilotensprecher hat sich durch diesen Flug vom 3. auf den 4. Platz verlegt).


Die Campplatzierungen:
Julius Platz 13 mit 126km (Quasi das Clubklasse Fly-In am Boxberg), Tamino Platz 17 mit 121km (er ist durch den Regen gekommen, hat aber dahinter den Motor gebraucht), Nicole Platz 25 mit 91km und ich Platz 27 mit sage und schreibe 53km. Irgendwie habe ich aber dadurch sogar noch einen Platz in der Gesamtplatzierung gut gemacht.
https://www.weglide.org/flight/386606
Der nächste Tag wurde nach mehrstündigem Ausharren im Grid neutralisiert und die Zeit wurde genutzt, um den Flieger zu verstauen und im Camp schon einmal Klarschiff zu machen. Die Abschlussfeier war super, bei der ich mich bis morgens um 4 gnadenlos mit Disco-Uwe festgequatscht hatte.

1. Platz Alessandro Bassalti
2. Platz Marcus Dawert
3. Platz Julius Lübstorf
Super gemacht Julius!
Auch wenn meine Leistung dieses Mal wirklich nicht so dolle war, versuche ich doch viele Erfahrungen und Gelerntes mitzunehmen. So habe ich vor allem in der Motornutzung einiges dazu gelernt, seien es die ersten beide Einsätze auf Strecke, oder dass man NUR EINMAL und zwar DIREKT (der Fehler hat Tamino einige Strafpunkte eingebracht) nach dem Auskuppeln den Motor anwerfen soll. Trotzdem hatte ich viel Spaß mit alten und neuen Freunden.
